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Linux für Webworker - SSH-Software | ||
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Dieses Kapitel ist ausschließlich für Windows-Anwender gedacht. Es stellt nämlich zwei - frei verfügbare - und sehr
leistungsfähige Programme für die Arbeit mit einem entfernten Linuxrechner vor. Bei
PuTTY handelt es sich um einen
Terminalemulator, mit dem Sie solche Kommandos an den Server schicken können, wie in den vorigen Abschnitten beschrieben werden. Um auch Dateien
über eine gesicherte Verbindung zwischen Ihrem PC und dem entfernten Server zu übertragen, gibt es zusätzlich das ebenfalls als Freeware erhältliche
WinSCP.
Eigentlich war in der ursprünglichen Fassung kein Abschnitt über Clientprogramme vorgesehen. Doch da Stefan Münz etwa zur selben Zeit an einer internen Dokumentation für das SelfAktuell-Team arbeitete, bot er mir an, seinen Teil über diese beiden Programme hier mit einzubauen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Stefan für die Unterstützung.
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Die spartanische Oberfläche von PuTTY. |
PuTTY ist ein Windows-Client-Programm für das SSH-Protokoll. Seine Aufgabe besteht darin, direkt auf dem Server-Rechner mit Hilfe von Betriebssystembefehlen zu arbeiten. Da PuTTY lediglich eine Schnittstelle zwischen dem Server und Ihrem lokalen PC ist, fällt seine Oberfläche recht spartanisch aus. Es ist jedoch praxisbewährt und erfüllt prima seinen Zweck. PuTTY ist Freeware und ein sehr kleines Programm, das nur aus einer einzigen EXE-Datei besteht.
Die Homepage-Adresse von Putty lautet:
http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/. Folgen Sie dort
den Links zur Download-Seite. Es genügt, die normale putty.exe downzuloaden. Eine Installation ist nicht nötig. Die downloadbare EXE-Datei ist sofort ausführbar. Sinnvollerweise sollten Sie die EXE in ein Verzeichnis unterhalb von Programme ablegen oder
an einer Stelle, wo Sie sonst ausführbare Programme speichern. Anschließend können Sie sich noch eine Verknüpfung dazu einrichten.
Als erstes starten Sie das Programm durch Anklicken der EXE-Datei. Zunächst erscheint ein Dialog, in dem Sie Session-Einstellungen vornehmen und dauerhaft speichern können. Hinweis: Putty speichert diese Einstellungen in der Windows-Registry. Da das Programm keine eigene Uninstall-Routine hat, müssen die entsprechenden Einträge, falls mein Registry-Reinheitsfanatiker ist, später mal von Hand entfernt werden. Die folgenden Abbildungen zeigen, wie Sie in diesem Dialog Einstellungen vornehmen können.
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Einrichtungsdialog für Verbindungen. |
Als Hostnamen können Sie entweder einen Domainnamen oder eine IP-Adresse eintragen (erkundigen Sie sich hier im Zweifel bei Ihrem Provider). Falls Sie die IP-Nummer ihres Zielrechners kennen, sollten Sie diese dem Domainnamen vorziehen. Denn das funktioniert auch dann, wenn das DNS-Routing mal nicht arbeitet. Für SSH-Verbindungen stellen Sie die Portnummer auf 22 - Sie können auch die Radiobox "SSH" anklicken. Bei "Saved Sessions" sollten Sie einen sinnvollen Namen für die Verbindungseinstellungen wählen. Als nächstes klicken Sie links in dem Baummenü auf "logging".
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Logging Konfiguration |
Diese Einstellungen sind für die eigentliche Verbindung nicht wichtig, aber es ist schon sinnvoll, so viel wie möglich zu loggen, um in Fehlerfällen möglichst genaue Auskunft zu haben über das, was gemacht wurde. Das geht z.B. mit den gezeigten Einstellungen. Den Ablageort und Dateinamen der Logdatei können Sie natürlich selbst bestimmen. Als nächstes links auf "Window" klicken.
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Fenstereinstellungen |
Hier sollten Sie vor allem "Rows" und "Columns" einstellen. Die abgebildeten Werte
von 42 Zeilen à 120 Zeichen Breite sind bei einer Bildschirmauflösung von 1024x786 Pixeln sinnvoll und
erzeugen ein hinreichend großes Fenster, in dem man ganz gut die Übersicht behält. Sie können das Fenster
allerdings auch nachträglich mit der Maus auf die passende Größe zurechtziehen.
Die "Lines of scrollback" können Sie auch höher einstellen, z.B. auf 1000. Obwohl es eigentlich
besserer Stil ist, an der shell einen
Pager in Verbindung mit dem Pipe-Symbol zu verwenden, kann das bei
längeren Bildschirmausgaben von Vorteil sein. Als nächstes wählen Sie links das "Colours"-Menü.
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Farbeinstellungen |
Diese Einstellungen sind was für Ästheten, die es nicht so mit rabenschwarzen Fenstern im Stil eines 70er-Jahre-Terminals haben. In der Liste rechts können Sie für verschiedene Elemente wie Fensterhintergrundfarbe, Schriftfarbe usw. die gewünschten Farben einstellen, indem Sie für den ausgewählten Eintrag jeweils auf Modify klicken.
Weitere Einstellungen sind möglich, aber es bleibt Ihnen überlassen, welche davon Sie ändern. Die Default-Einstellungen sind eigentlich sinnvoll, und bei Einstellungen, deren Zweck Sie nicht kennen sollten Sie die Defaults übernehmen. Um nun alle Einstellungen zu speichern, klicken Sie wieder links oben auf den ersten Eintrag "Session".
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Einstellungen speichern |
Klicken Sie jetzt den "Save"-Button. Um sich nun am Server einzuloggen, können Sie einfach doppelt auf den entsprechenden Eintrag in der Liste "Saved Sessions" klicken oder diesen selektieren und auf "Open" klicken. Damit erscheint das Terminal-Fenster und fordert zur Eingabe Ihrer Zugangsdaten auf.
Geben Sie bei "login as:" Ihren Benutzernamen ein. Der Rechner fragt dann nach "benutzer@rechner's password:" worauf Sie Ihr Passwort eingeben. Beachten Sie, dass das Passwort nicht am Terminal angezeigt wird. Bei Tippfehlern versuchen Sie es einfach nocheinmal. Danach erscheint die Eingabeaufforderungen und wartet begierig auf Ihre Befehle ;-).
Ein wichtiger und manchmal hilfreicher Trick ist die Unterstützung der Windows-Zwischenablage. Sie können sowohl den aktuellen Fensterinhalt von PuTTY in andere Anwendungen kopieren, als auch Text aus anderen Anwendungen direkt an die aktuelle Cursorposition im PuTTY-Fenster kopieren. Letzteres ist hilfreich, um längere Kommandos, die z.B. auf Webseiten wie hier beschrieben sind, an den PuTTY-Shellprompt zu kopieren.
Zum Kopieren von PuTTY in eine andere Anwendung einfach im PuTTY-Fenster den gewünschten Inhalt durch Ziehen mit der linken Maustaste selektieren. Damit ist der Inhalt bereits in der Windows-Zwischenablage! Nun einfach zu einer anderen Anwendung wechseln, z.B. zu einem Text-Editor, und dort den üblichen Befehl zum Einfügen des Inhalts der Zwischenablage wählen.
Zum Kopieren von Text aus einer anderen Anwendung ins PuTTY-Fenster zunächst den gewünschten Text in der anderen Anwendung selektieren und den üblichen Befehl zum Kopieren in die Zwischenablage wählen. Dann zum PuTTY-Fenster wechseln und mit der rechten Maustaste an die aktuelle Cursorposition klicken. Damit wird der Text an der Cursorposition eingefügt.
Wenn z.B. in der Ausgabe eines
ls-Befehls sehr lange Dateinamen vorkommen, die in einem
anderen Befehl eingesetzt werden sollen, können Sie selbstverständlich auch vom PuTTY-Fenster ins PuTTY-Fenster kopieren.
Nach Beendigung ihrer Arbeit sollten Sie sich ordentlich durch die Eingabe von exit ausloggen. Damit wird auch automatisch PuTTY beendet.
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WinSCP (Windows Secure Copy) |
WinSCP ist eine Internet-Client-Software für Windows, die es erlaubt, sich via SSH-Protokoll bei einem entsprechenden SSH-Server anzumelden. Das Programm entspricht von den Aufgaben in etwa dem, was "normalerweise" mit FTP gemacht wird. Mit WinSCP können Sie Dateien von ihrem lokalen PC auf den Server hochladen und umgekehrt von dort downloaden. Ferner können Sie einige einfachen Arbeiten auf dem Server erledigen, wie Verzeichnisse anlegen, Dateien umbenennen und löschen oder Rechte von Dateien ändern. WinSCP ist trotz seiner intuitiven grafischen Benutzeroberfläche, die sich nicht von heute üblichen FTP-Programmen unterscheidet, ein sehr kleines Programm, das sich völlig problemlos installieren lässt. Das Programm ist Freeware.
Die Vorteile eines solchen "Secure-Copy"-Programms sind vor allem die verschlüsselte Übertragung von Dateien und Passwörtern. Als schöner Nebeneffekt fällt die Unterscheidung zwischen ASCII- und Binärdateien, wie sie vom FTP-Protokoll bekannt ist, weg.
Die Homepage-Adresse von WinSCP lautet:
http://winscp.net/. Folgen Sie dort
den Links zur Download-Seite. Eine Installation ist nicht nötig. Die downloadbare EXE-Datei ist sofort ausführbar, und falls Sie die ZIP-Version herunterladen, brauchen Sie nur die ZIP zu entpacken und die darin enthaltene EXE zu starten.
Sinnvollerweise sollten Sie die EXE in ein Verzeichnis unterhalb von Programme ablegen oder an einer Stelle, wo Sie sonst ausführbare Programme speichern. Anschliessend können Sie sich noch eine Verknüpfung dazu einrichten.
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Verbindungseinstellungen |
Als Hostnamen können Sie entweder einen Domainnamen oder, wie hier gezeigt, eine IP-Adresse eintragen (erkundigen Sie sich hier im Zweifel bei Ihrem Provider). Falls Sie die IP-Nummer ihres Zielrechners kennen, sollten Sie diese dem Domainnamen vorziehen. Denn das funktioniert auch dann, wenn das DNS-Routing mal nicht arbeitet. Belassen Sie die Portnummer auf 22. Geben Sie auch Ihren Benutzernamen und das Passwort für den SSH-Zugang ein.
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Loggingeinstellungen |
Es ist von Vorteil, das lokale Mitloggen der eigenen Aktivitäten zu aktivieren. So kann man bei aufgetretenen Problemen eher rausfinden, woran es gelegen hat. Dazu können Sie im Register "Logging" entsprechende Einstellungen vornehmen.
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Einstellung des Dateimanager- verhaltens. |
WinSCP erlaubt jedem, die alte Glaubensfrage nach dem besten Handling für Dateioperationen den Anwender für sich persönlich entscheiden zu lassen ... ;-).
Im "Norton Commander Mode" erscheinen zwei Dateifenster. Das linke für Ihre lokale Festplatte, das rechte für die Verzeichnisse auf dem Server. Außerdem sind die Tastenbelegungen so eingestellt wie beim Norton Commander selbst. Drag & Drop funktioniert zwischen den beiden Fenstern in beide Richtungen. Der "Explorer Mode" zeigt nur das entfernte Verzeichnis im WinSCP-Fenster an. Die Tasten sind wie im Windows-Dateimanager selbst belegt.
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![]() Einstellungsprofil abspeichern. |
Weitere Einstellungen sind nicht nötig. Um die Einstellungen zu speichern, im Register "Stored sessions" auf "Save..." klicken. Der angebotene Name zum Speichern kann ruhig übernommen und mit "OK" bestätigt werden.
Nun können Sie auf "Login" klicken. Beim ersten Einloggen erscheint folgendes Fenster:
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Fingerprint |
Durch Klicken auf "Yes" bestätigen Sie, dass Sie dem Server vertrauen. Dadurch wird der "Fingerabdruck" des Servers von WinSCP gespeichert. Beim nächsten Einloggen auf diesem Server erscheint das Fenster also nicht mehr (es sei denn, der Fingerprint wurde, z.B. wegen Neuinstallation, geändert).
WinSCP speichert Ihr Systempasswort nicht im Profil mit ab. Wenn Sie also durch eine Dialogbox nach dem Passwort gefragt werden, geben Sie es einfach ein. Danach können Sie auf dem Server arbeiten.
Im folgenden wird beschrieben, wie WinSCP im Modus "Norton-Commander" arbeitet.
Um mehrere Dateien für eine Dateioperation zu selektieren, müssen Sie einfach den Cursorbalken auf die gewünschten Dateien positionieren und <Einfg> drücken. Alternativ geht es auch mit gedrückt gehaltener Taste <Strg> und Mausklick auf die gewünschten Datei(en).
Um lokal oder auf dem Server in ein Unterverzeichnis zu wechseln, positionieren Sie den Cursorbalken darauf und drücken
<Enter> oder klicken alternativ doppelt mit der Maus. Um ein Verzeichnis höher zu wechseln, können Sie
<Backspace> drücken oder mit der Maus auf den obersten Verzeichniseintrag [..] klicken.
Zum Hochladen der markierten Datei(en) drücken Sie einfach <F5> oder ziehen sie einfach in das Fenster mit den entfernten Verzeichnissen. Um Dateien downzuloaden, gehen Sie nur umgekehrt vor.
Mit <F7> lassen sich lokal wie auch auf dem Server Verzeichnisse anlegen. Achtung: Verzeichnisse, die Sie auf dem Server anlegen, sollten nach dem Anlegen die optimalen Rechte-Einstellungen haben. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das neu angelegte Verzeichnis und wählen aus dem Kontext-Menü den Eintrag Properties. In dem dann angezeigten Dialog können Sie bei Permissions die Häkchen wie gewünscht setzen, z.B.:
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Rechteeinstellung für Verzeichnisse |
In der Spalte Rights sollte diese Beispieleinstellung dann beim Verzeichnis in dieser Form angezeigt werden:
rwxrwx--x. Dies entspricht übrigens dem chmod-Wert 771.
Mehr Informationen zu Dateirechten finden Sie im Hauptartikelabschnitt
Rechte im Dateisystem und in der Referenz zu
chmod.
Hier noch einmal eine kurze Zusammenstellung wichtiger Tastaturkommandos:
| Kommando | Funktion |
|---|---|
<STRG>+Linksklick |
Dateien (de)selektieren |
<BACKSPACE> |
ins nächsthöhere Verzeichnis wechseln |
<ENTF> |
selektierte Dateien löschen |
<F2> |
Datei umbenennen |
<F5> |
hoch-/herunterladen von selektierten Dateien |
<F7> |
Verzeichnis anlegen |
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