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Die Apache-Konfigurationsdatei:
Unix / Linux und Windows

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Unix / Linux und Windows

Der Apache entstammt der Unix-Welt und leugnet seine Herkunft nicht. Wird er auf einer Unix-Plattform eingesetzt (Linux ist ja ein Mitglied der Unix-Familie), ist er ein mächtiges Werkzeug, dessen Einsatzfähigkeiten mit dem Begriff "Vielfalt" nur annähernd umschrieben werden. Er ist zur Zeit der mit Abstand am häufigsten im Internet eingesetzte HTTP-Webserver, eignet sich aber auch hervorragend zum Einsatz in kleineren Netzen, in Firmen-Intranets oder privaten LANs. Längst gibt es ihn auch in Portierungen für andere Plattformen, beispielsweise für Windows (von Win9x aufwärts). In diesem Artikel wird versucht, Grundlagen der Apache-Konfiguration sowohl für Windows wie auch für Linux vorzustellen.

Für einen "Systemvergleich" ist hier nicht der richtige Ort, aber es muß doch darauf hingewiesen werden, daß die Apache-Entwickler selbst immer wieder betont haben, die für Windows bisher erarbeiteten Portierungen der Version 1.3.x (die derzeit letzte ist 1.3.31) befänden sich im "beta-Stadium" und man solle darauf gefaßt sein, daß der Apache nicht immer vollkommen stabil sei. Auch wenn derlei Äußerungen im Hinblick auf Win9x gemacht wurden und Win2000 immerhin bescheinigt wird, daß es dem Apache fast keine Probleme bereite: es sind vorsorgliche Hinweise; in einem kleinen LAN aus Windows-Rechnern arbeitet der "Indianer", wie ihn manche nennen, auch auf einem Win98-Rechner durchaus zuverlässig und stabil und kümmert sich wenig darum, was seine Entwickler für Probleme vielleicht vorausahnten.
Der eigentliche Grund für die Reserviertheit der Apache-Entwickler liegt in Unzulänglichkeiten dieser inzwischen älteren Windows-Systeme: "mit Windows 95/98 kann der Apache nicht von einem bestimmten Benutzer mit Sonderrechten für das Netzwerk gestartet werden. Es gibt auf einer lokalen Maschine keine Sicherheit. Aus diesem einfachen Grund kann die Apache Group niemals den Einsatz von Windows 95/98 als öffentlicher HTTP-Server befürworten. Einsatzmöglichkeiten gibt es lediglich als Unterstützung für die Entwicklung von Webinhalten und das Kennenlernen des Apache, und vielleicht noch als Server in einem abgeschirmten privaten Netzwerk" (siehe englischsprachige Seite http://httpd.apache.org/docs-2.0/platform/windows.html).

Daß der mögliche Funktionsumfang gegenüber einem auf einer Unix-Plattform eingesetzten Apache tatsächlich etwas geringer ist, wird kaum jemand bemerken. Und der Hinweis auf ein "beta-Stadium" entfällt bei den aktuellen Softwarepaketen der Version 2, die ebenfalls unter Windows 9x eingesetzt werden können, ihre volle Funktionalität aber erst mit Windows 2000 bzw. Windows XP erreichen - und selbstverständlich auf jedem mit einem der Unix-Familie zugehörenden Betriebssystem ausgestatteten Rechner.

Beinahe von Anfang an hatte der Apache einen mächtigen Seite Partner: Perl. In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen weitere "Partner" hinzu, als vielleicht wichtigster PHP. In den Diskussionen der verschiedenen newsgroups bürgerten sich bald zwei Begriffe ein, mit denen man den Unterschied zwischen den Einsatzplattformen und den mit dem Webserver zusammenarbeitenden Sprachen und Systembestandteilen benennen wollte: LAMP und WAMP. Dabei bedeutet LAMP nichts anderes, als daß auf dem eingesetzten Rechner ein System mit LINUX, Apache, mySQL und PHP installiert ist, während mit WAMP eine Installation mit WINDOWS, Apache, mySQL und PHP gemeint ist. Selbstverständlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer möglicher Kombinationen von Betriebssystemen und dem Apache Webserver. Aber WAMP und LAMP dürften die häufigsten sein - und wohl noch eine Weile bleiben.

Der deutlichste Unterschied zwischen diesen beiden Einsatzweisen des Apache zeigt sich im Umgang mit den Modulen sowie in der Zahl der überhaupt verfügbaren Module (sie ist auf einem Windows-Rechner etwas kleiner als auf einem Linux-Rechner). Eine der größten Stärken des "Indianers" liegt ja überhaupt darin, daß er diesen modularen Aufbau aufweist; das heißt, daß eine relativ kleine ausführbare Datei httpd bzw. apache.exe zur Laufzeit noch nahezu beliebig viele Module mit enormen Funktionserweiterungen ansprechen kann und einem Benutzer freigestellt ist, eventuell für wichtig gehaltene weitere Funktionalitäten in individuell erstellten Modulen festzulegen und an den Server zur Ausführung zu übergeben. Im wesentlichen handelt es sich bei diesen Modulen um Bibliotheken, mit denen Zugriffs- und Verwaltungsmöglichkeiten für diverse Aufgaben zugänglich gemacht werden. Wirklich ausschöpfen lassen sich diese "Features" (bisher) nur auf einer zur Unix-Familie gehörenden Plattform wie zum Beispiel Linux. Die Windows-Variante des Apache Webservers bietet nur einen Teil dessen, was er tatsächlich zu leisten vermag, auch wenn sich mit der inzwischen stabilen Version 2 einige Erweiterungen ergeben haben.

Bis zur Apache-Version 1.3.13 hießen die Module übrigens auf einem Windows-Rechner auch so, wie eine System- bzw. Programmbibliothek innerhalb eines Windows-Systems nun einmal heißt: es waren DLLs, also "dynamic linked libraries". Ihrem Wesen nach sind sie das immer noch, nur tragen sie jetzt auf einem Windows-Rechner denselben Namen wie auf einem Linux-Rechner - sie heißen jetzt "modul_name.so". Dabei steht "so" für "Shared Object", was die Funktion wohl besser benennt.

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