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Roman Racine:
E-Mail Werbung (Spam)

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Roman Racine

E-Mail: E-Mail roman_r@writeme.com
Homepage-URL: deutschsprachige Seite http://www.trash.net/~roman/

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Ihr Problem

Wochenlange Arbeit liegt hinter Ihnen. Endlich ist Ihre Homepage prefekt. Auch haben Sie sich im Internet unmgeschaut: Den Service, den gerade Sie bieten, kennt man noch nicht, jedenfalls nicht zu Ihrem Preis. Also schalten Sie Ihre Seiten online. Die Ernüchterung folgt sofort: Ihr Nachbar hat sich zwar auf Ihrer Seite umgesehen und lobt sie auch in höchsten Tönen, Umsatz bringt Ihnen das aber nicht. Bis auf einige Bekannte, die von Ihrem Projekt wissen, herrscht absolut tote Hose, niemand interessiert sich für Ihr Produkt, obschon es im Markt doch einmalig ist. Es liegt einfach daran, dass niemand Sie kennt. Wie also bringen Sie Ihre Adresse unter die Leute? Zeitungswerbung ist teuer, ausserdem: wer surft schon auf Seiten, deren Adressen irgendwo im Inserateteil der Zeitung angegeben sind?

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Die scheinbare Lösung

Die Rettung naht sofort: Aha! Für nur 150 Fr. gibt es ein tolles Programm, das Newsgroups und Adressverzeichnisse nach E-Mailadressen durchsucht! Anschliessend können Sie alle Inhaber dieser Adressen auf Ihre Seite locken und endlich Traffic und Umsatz generieren. Es wird Ihnen vorgerechnet: Wenn auch nur 0.5% auf Ihr Angebot reagieren, dann sind das bei 10'000 Adressen 50 Personen! Damit wäre Ihre Kapazität optimal ausgelastet. Toll, Sie können es sogar so einstellen, dass nur deutsche E-Mailadressen aufgelistet werden! Ein anderer Anbieter bietet Ihnen für nur Fr. 2000 einen Komplettservice an. Sie müssen Ihm nur den Newsletter zuschicken, den Rest erledigt er von alleine. Er hat die nötige Software und eine Datenbank mit gültigen E-Mailadressen. Mit sowenig Geld können 200'000 Personen von Ihrem Produkt erfahren, zum gleichen Preis haben Sie sonst ein briefmarkengrosses Inserat auf Seite 54 Ihrer Zeitung. Also ran an die Sache, die Newsletter werden versandt. Soweit so gut. Wenn die Sache so einfach wäre, wieso gibt es dann immer noch Unternehmen, die in Zeitungen inserieren, wo die doch so teuer sind?

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Der Ärger

Weil unerbetene E-Mailwerbung bei den meisten sauer aufstösst. Sie ist so unbeliebt, dass dafür schon ein eigener Begriff kreiert wurde: Spam. Spam gibt es in der E-Mail und in der Newsgroup- Form. Der Unterschied ist, dass bei E-Mail- Spam die "Newsletter" per E-Mail versandt werden, bei Usenet- Spam aber an Newsgroups. Spam ist aus verschiedenen Gründen unbeliebt:

Unter diesen Gesichtspunkten sind die tollen Versprechungen und Vorhersagen, die Spammer oder Anbieter von Spam- Programmen gemacht haben vielleicht doch nicht so toll. Überlegen Sie sich: Wenn Spamming wirklich ein so tolles Marketingangebot wäre, wer würde denn zu einem Preis von wenigen 1000 Franken spammen, wenn doch die Reaktion die eines vielfach teureren Werbespots oder Zeitungsinserats bei weitem übersteigt? Sind etwa die Spammer die Wohltäter und Schützer der Meinungsfreiheit des Internets, die gerade Ihnen einen Gefallen tun wollen? Wohl kaum. Die Realität sieht anders aus: mit einfachsten Mitteln (Programme, die unter 20 Zeilen Programmcode enthalten und in wenigen Minuten geschrieben werden können) werden E-Mailadressen gesammelt, die anschliessend bespammt werden können. Der Aufwand dafür liegt weit unter 100 Franken. Jetzt erscheinen die "Wohltäter" doch in einem anderen Licht.

Andere Fragen stellen sich auch: Ist es fürs Image wirklich förderlich, wenn der Newsletter der eigenen Firma zwischen Sex- Inseraten und Spams von dubiosen Kredithaien landet? Es wäre etwa das gleiche, wie wenn BMW ihre Werbung in Porno-Heften schalten würde. Wird das Image Ihrer Firma wirklich gefördert, wenn wegen Ihres Newsletters ein Systemadministrator notfallmässig einen Mailserver retten muss oder wenn wegen Ihrer Usenet- Postings eine Newsgroup erstickt? Wohl kaum.

Seit etwa zwei Jahren führe ich eine Homepage über Spam. Regelmässig frage ich Spammer, ob sich der Spam denn gelohnt hat. Das Resultat ist eindeutig: Die meisten Firmen spammen kein zweites Mal. Denn es gibt durchaus Empfänger von Spams, die sich dagegen zur Wehr setzen. Eine Welle negativer Reaktionen brachte die meisten Firmen dazu, in Zukunft auf die imageschädigende Werbeform zu verzichten, offensichtlich überwogen die negativen Reaktionen die positiven bei weitem. In Deutschland kann es zudem zu teuren Abmahnungen kommen. Andere Firmen hingegen haben keine Internetadresse, sind nur über Fax erreichbar und bringen so ihre dubiosen Produkte an den Mann oder die Frau. Dies können als "Schnäppchen" deklarierte veraltete Software, überteuerte Nachtsichtgeräte aus russischer Produktion oder sonstige Spielzeuge sein. Diese Firmen legen auf guten Ruf natürlich keinen Wert, wenn schon eine Person auf das Angebot eingeht, sind die Kosten des Spams bereits wieder amortisiert. Ich hoffe nicht, dass sich der Leser oder die Leserin in die letztere Kategorie einordnet.

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Gegenreaktionen

Die wenigsten Provider haben Freude, wenn ihre Kunden spammen. Dies aus verschiedensten Gründen: Die Belastung des Mailservers kann zu Ausfällen oder langen Wartezeiten führen. Ebenfalls erhält der Provider eines spammenden Kunden oft viele Beschwerden, die er bearbeiten muss. Nicht zuletzt ist es für einen Provider auch imageschädigend, wenn seine Kunden spammen, da so der Eindruck entstehen könnte, er würde nichts gegen Spam tun. Dies kann sogar dazu führen, dass die E-Mails, die über diesen Provider versandt werden von anderen geblockt werden. Aus diesem Grund haben die meisten Provider Bestimmungen in ihren Verträgen, die Spamming explizit verbieten.

Auch einzelne Empfänger gehen rechtlich gegen Spammer vor. So sind in Deutschland Abmahnungen wegen Spams denkbar und werden auch praktiziert.

In vielen Ländern werden Gesetze gegen Spam diskutiert, andernorts sind sie schon in Kraft. Stellen Sie sich vor, wie der Mailserver Ihres Providers plötzlich überlastet wird, weil hunderttausende von E-Mails gleichzeitig verschickt werden wollen. Andere Personen, die zur gleichen Zeit ihre Korrespondenz erledigen wollen, müssen einen Serverausfall oder hohe Wartezeiten in Kauf nehmen, weil Sie die ganze Kapazität belegen. Der weltweit durch Spam angerichtete Schaden wird auf jährlich 15 Milliarden Schweizer Franken geschätzt. Beachten Sie dabei, dass Spamming letztendlich nur denjenigen, die professionell spammen und die dafür gemachte Produkte verkaufen etwas bringt, denn Firmen, die durch einen Spammer "Newsletter" versenden, haben danach nur unwesentlich höhere Kundenzahlen dafür massiv mehr Ärger mit Providern und E-Mail-Empfängern.

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Alternativen

Was also dann? Wie können Sie Ihre Seiten denn sonst bekanntmachen? Ich bin kein Marketingspezialist und kann Ihnen daher keinen Marketing- Plan ausarbeiten. Zeigen Sie, dass Sie vom Fach sind! So gibt es zu fast jedem erdenklichen Thema Newsgroups, z.B. in der de.*- Hierarchie. Newsgroups kann man lesen, indem man den richtigen Newsserver im Browser angibt und die gewünschten Newsgroups abonniert. Wichtig: Nun nicht sofort Werbetexte posten! Newsgroups sind ein Zweiweg- Medium, wo Fragen gestellt und beantwortet werden. Werbetexte sind meist unerwünscht. Sehr erwünscht sind jedoch fachlich hochwertige Hilfe und Kommentare. Ändern Sie Ihre Signatur so, dass dort die URL Ihrer Homepage mit kurzer Inhaltsbeschreibung steht: (z.B. http://www.socken.ch, Socken Online- Shop). Diese Signatur sollte nicht mehr als vier Zeilen zu 74 Zeichen Breite haben, da sie sonst als lästig empfunden wird. Auf diese Weise zeigen Sie den Lesern, dass Sie eine Firma führen, die durch fachliche Kompetenz auffällt. Ebenfalls könnten Sie in Fach-Zeitungen (auch Online- Zeitungen) themenbezogene Artikel schreiben, was etwa denselben Effekt hat.

Schlussendlich ist es auch eine gute Möglichkeit, einen Newsletterdienst anzubieten. Wie bitte!? Bei all den oben beschriebenen Nachteilen? Ja. Wichtig dabei ist, dass Sie das Opt- In Prinzip verfolgen: Nur wer den Newsletter bestellt hat, bekommt ihn auch zugeschickt. Wer ihn nicht mehr will, kann ihn abbestellen. Dabei ist Fairness und Diskretion mit der E-Mailadresse oberstes Gebot. Jeder, der seine E-Mailadresse Ihnen angibt, soll wählen können, ob er danach Newsletter erhält, z.B. indem er eine weitere Checkbox wählen muss. Ebenfalls sollte der Weg, wie man den Newsletter wieder abbestellt, klar und einfach sein. Es versteht sich von selbst, dass Sie nun nicht alle Ihre Adressen in die "To:"- Zeile Ihres Mailprogramms schreiben werden, so dass jeder Empfänger alle Ihre E-Mailadressen kennt, denn solches Verhalten ist nicht gerade das, was man unter "diskret" versteht. Wenn Sie schon kein dafür geschriebenes Programm (relativ einfach zu Programmieren, z.B. mit Perl) schreiben, kopieren Sie wenigstens die Adressen ins Bcc- Feld, so dass die Adressen nicht jedem Empfänger gemailt werden. Natürlich sind die Adressen weder im Klartext auf Ihrem Webserver abrufbar, noch geben Sie sie an andere Firmen weiter. Achten Sie darauf, dass Ihre Mailings nicht länger als ein gewöhnliches E-Mail sind (keine Attachments sondern Links, etc.) und dass in jedem E-Mail der Weg beschrieben ist, wie jemand sich austragen kann.

Bei der praktischen Implementation dieses Prinzips stellen sich zwei Probleme:

Beide Probleme lassen sich mit vernünftigem Aufwand lösen: Wenn jemand sich für eine Mailingliste anmeldet, sollten Sie unbedingt überprüfen, ob die Angaben wirklich korrekt sind. Senden Sie ein Bestätigungsmail an die angegebene Adresse. Im Mail sollten Sie auch noch die IP- Adresse des Eintragenden und die Uhrzeit angeben. Um sicherzustellen, dass niemand anderes eine Bestätigung zurücksenden kann, sollten Sie noch einen zufällig generierten Code mitsenden (z.B. im Subject oder als Link, den der Empfänger anklicken soll (z.B. http://www.meinserver.ch/bestaetigung.pl?CODE) Falls jemand missbräuchlich eine falsche Adresse angegeben hat, kann dieser aufgrund von IP- Adresse und Uhrzeit zurückverfolgt und seinem Provider gemeldet werden. Wenn Sie sicherstellen, dass der zufällig generierte Code eindeutig ist (d.h. dass keine zwei Personen den gleichen Code benutzen können), z.B. durch anhängen der Unix- System- Time an eine Zufallszahl, kann man jeden User aufgrund seines Codes einer Person zuordnen. Wenn Sie nun in jedem Newsletter den Code des jeweiligen Benutzers mitsenden, z.B. im Subject oder als anklickbaren Link, können Sie die Benutzer z.B. gerade auf eine personalisierte Seite lotsen. Wenn sich jemand austragen will, können Sie aufgrund des Codes ebenfalls problemlos die richtige E-Mailadresse finden.

Die hier genannten Verfahren lassen sich ohne grössere Probleme mit einem Programm lösen. Lesen Sie dazu doch Kapitel den Perl/CGI- Teil von Selfhtml.

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Weitere Informationen zu Spam

Weitere Informationen zu Spam habe ich unter deutschsprachige Seite http://www.trash.net/~roman/ zusammengestellt. Besonders verweisen möchte ich auf meine Link-Seite: deutschsprachige Seite http://www.trash.net/~roman/links.shtml

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